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Wie fit ist Papa? Finden Aschaffenburgs Väter zwischen Familie und Arbeit genügend Zeit für sich und ihre Fitness?

Schon für den griechischen Philosophen Platon war Gesundheit ein großes Element des Glücks, gleichzeitig war es aber ein schwer zu haltender Zustand: „Die größte Behinderung des Lebens liegt darin, ständig auf die Gesundheit zu achten.“ Doch ist es wirklich ein großes Hindernis im Alltag auf seine Gesundheit zu achten? So ist es für Studenten schon teilweise schwierig genügend Zeit für Sport und Bewegung zu finden: „Wenn Klausuren und Tests in der Uni anstehen, dann wird es eher mau mit der Bewegung. Höchstens zum Bahnhof rennen, weil ich wieder zu spät bin“, lacht Marcel, der 22-jährige Jura-Student der täglich nach Frankfurt pendelt. „Die langen Tage in der Universität werden zusammen mit dem Nebenjob zu einem absoluten Zeitdieb. Und die restliche, zusammengekratzte Zeit, verbringt man doch eh lieber mit seiner Freundin auf dem Sofa“, erklärt Marcel weiterhin seinen Alltag. Doch wenn schon einige Studenten Schwierigkeiten haben während des Semesters genügend Bewegung in ihren Alltag zu packen, wie sieht es mit den Männern im Arbeitsleben aus, die keine Semesterferien haben? Finden Aschaffenburgs Väter zwischen Familie und Arbeit genügend Zeit für sich und ihre Fitness? In Deutschland sind laut einer Studie der Wirtschaftsberatung Deloitte fast 6 Mio Menschen im Fitness-Studio an Gewichten, Laufbändern und Geräten aktiv, das sind 7,2 % aller Deutschen. Über 3 Mio sind mehrmals wöchentlich aktiv. So haben Deutschlands Studios im Jahr 2011 über 640.000 Neumitglieder werben können, so eine Statistik der Internationalen Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit (FIBO). „Auch wenn das Geld knapper wird, wollen die Menschen offenbar auf Fitness nicht verzichten“, sagt Niels Gronau, Experte für die Branchen Freizeit und Sport bei Deloitte in einem Interview mit Welt-Online. Die meisten Mitglieder gäbe es mit fast 1,3 Mio in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern mit einer Million. Berlin kommt auf 360.000 Mitglieder, Hamburg auf 251.000 und Bremen auf 103.000. Leider sprengt der monatliche Mitgliederbeitrag für das Fitnessstudio oft die Summe, welche Menschen für ihre Gesundheit ausgeben möchten: „Ich war selbst eine lange Zeit im Fitness-Studio aktiv, aber im Endeffekt muss ich sagen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei einigen Studios definitiv etwas Schräglage hat“, Matthias Mayer, 50-jähriger Büroangestellter aus Aschaffenburg. In Der Tat variieren die Tarife fürs Schwitzen in Aschaffenburgs Fitnessstudios stark: So liegt der monatliche Mitgliedsbeitrag im McFit bei 16,90 Euro. Der Vorteil ist hier die Öffnungszeit und die Verteilung der Studios: “Du willst überall trainieren zu einem einheitlichen Preis, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr? […] Wenn du dich in einem deutschen McFit-Studio deiner Wahl anmeldest, kannst du für monatlich 16,90 Euro unsere Studios in Deutschland, Österreich und Spanien nutzen. Morgens, mittags, abends, nachts: Bei McFit trainierst du, wann du möchtest“, so die Aussage auf der Internetpräsenz www.mcfit.com. Bei dem direkten Konkurrenten Fitness First liegen „die Monatsbeiträge zwischen 49 und 59 Euro“.


Ob es eine Kanufahrt auf dem Main ist oder das gemeinsame Fußballspiel: Gemeinsame Sportabenteuer stärken nicht nur die Fitness und Gesundheit, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie.

Der Vorteil hier liegt an der Betreuung und den Zusatzleistungen, welche die Kunden in Anspruch nehmen können. „Es ist die Balance aus dem richtigen Training, einer gesunden Ernährung und aktiven sowie passiven Erholungen“, liest man auf der Webseite www.fitnessfirst.de. Das Studio bietet das „gesamtes Wissen über neuesten Trainingsmethoden“, sowie „die Erkenntnisse sportmedizinischer Studien“ in individuell entworfenen Ernährungs- sowie Übungsplänen, um die optimale Balance für den „besten Trainingserfolg zu ermitteln.“ In einem Interview mit Welt-Online erklärt Niels Gronau, Experte für die Branchen Freizeit und Sport bei der Wirtschaftsberatung Deloitte, die Mitgliedsbeiträge für deutsche Fitnessstudios lägen deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 44 Euro. Spitzenreiter seien Großbritannien und Finnland, wo die Mitgliedsbeiträge im Schnitt bei 55 Euro liegen. „Dänen trainieren für 38 Euro im Monat am günstigsten.“ Wo liegen aber die Vorteile eines Trainings in einem Fitnessstudio? „Einerseits kann man mit Geräten und Betreuung gezielter trainieren und dadurch schneller zum Erfolg kommen, allerdings verliere ich oft den Spaß daran, wenn ich weiß, dass ich wieder aus Zeitgründen ein paar Tage nicht ins Studio gehen konnte, aber trotzdem bezahle“, sagt Matthias Reus, 32-jähriger Familienvater aus Alzenau. So ist das Fitness-Studio eine gute Gelegenheit für gezieltes und durch Fachpersonal betreutes Training. Dieses Angebot ist jedoch nicht immer günstig und meistens zeitintensiv. „Ich selbst bin in keinem Fitness-Studio. Aber ich glaube, ich kriege gerade so genügend Bewegung im Alltag, um irgendwie gesund zu bleiben. Ein oder zwei Kilos habe ich zu viel, ja. Aber wer hat das nicht, wenn wir ehrlich sind? Ich fühle mich momentan noch wohl und habe keine Beschwerden“, antwortet Cristiano Zanolla (48) auf die Frage wie er seine Fitness einschätzt. Seine Frau grinst auffällig bei dem Statement ihres Mannes er habe keine Beschwerden: „Aber dein Kreuz macht dir manchmal auch Sorgen, oder?“ So fühlen wir uns im Alltag zwar meistens funktionsfähig, haben aber in stressigen Phasen oft Probleme.

„Ich war eine Zeit lang ein wirklich schlimmer Workaholic. Hatte kaum Zeit für Familie und Freunde. Zeit für mich selbst war sowieso Fehlanzeige. Eines Tages merkte ich, dass mein Körper fast ein Wrack war und einfach ‚Nein‘ sagte.“

Fordernde Projekte in der Arbeit, Stress bei der Erziehung der Kinder und zu viele Sorgen nagen nicht nur an unserem Nervenkostüm, sondern auch an unserer Gesundheit. Das Immunsystem wird durch Stress schwächer und wir sind anfälliger für Krankheiten: „Ich war eine Zeit lang ein wirklich schlimmer Workaholic. Hatte kaum Zeit für Familie und Freunde. Zeit für mich selbst war sowieso Fehlanzeige. Eines Tages merkte ich, dass mein Körper fast ein Wrack war und einfach ‚Nein‘ sagte. Ich habe mich selbst für mehr als zwei Wochen lahm gelegt“, schildert ein 35-jähriger Kaufmann aus Aschaffenburg, der anonym bleiben möchte. „Das ganze Dilemma öffnete mir die Augen. Ich liebe meinen Job zwar immer noch, achte aber mehr auf Ruhepausen und meine Gesundheit. Heute geht’s mir wieder prima. Ich jogge jeden zweiten Tag eine kleine Runde an der Mainpromenade und achte verstärkt auf meine Ernährung, wobei meine Frau hier eine große Hilfe ist“, erklärt der Mann weiterhin strahlend. Geringe Fitness, Stress und zu viel Arbeit führen zu Überlastung von Körper und Seele: Oft endet das nicht nur in kurzzeitigen Krankheiten, sondern auch im Burnout. Dieses Gefühl ausgebrannt zu sein ist keine Krankheit, sondern ein Problem der Lebensbewältigung. Es ist ein Zustand emotionaler Erschöpfung mit stark reduzierter Leistungsfähigkeit: Wenn die Physis am Ende ist, gibt die Psyche auch schnell auf. Dieser körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung kann man durch ein höheres Bewusstsein seiner Fitness, Gesundheit und seines Selbstbefindens entgegenwirken: „Natürlich trifft das nicht den wahren Kern der Ursache von Burnout, aber in Momenten großer Belastung sollte man bewusst auf Ruhepausen und Bewegung achten, damit sich Physis und Psyche erholen können. Schade nur, dass man erst ordentlich auf die Schnauze fallen muss, um zu merken, was wirklich wichtig im Leben ist. Heute nehme ich mir einfach die Zeit, die ich brauche für mich, meine Frau und meine Kinder“, so der 35-jährige Kaufmann aus Aschaffenburg.

Auch wenn es im Alltag stressig wird, kann man im Sportverein unter Freunden abschalten und gleichzeitig was Gutes für seinen Körper tun.

Ob es das Fußballspielen mit dem Sohn, das Joggen mit seiner Frau oder doch das Basketballspiel mit seinen Freunden ist: Sport hat einen großen gesundheitlichen, aber auch sozialen Aspekt. So bieten z. B. viele Sportvereine Aschaffenburgs eine gute Gelegenheit Spaß, Gesellschaft und Bewegung zu verbinden. Auch wenn es im Alltag stressig wird, kann man im Sportverein unter Freunden abschalten und gleichzeitig was Gutes für seinen Körper tun. Die Kehrseite eines zu erfolgsorientierten Vereins ist aber, dass viele durch Erfolgs- und Erwartungsdruck, sowie zu große Zeitintensität den Spaß an der Sportart verlieren können.

Doch auch für diesen Fall gibt es in unserer Region einige interessante Alternativen wie z. B. den Kick-It Soccerpark in Nilkheim, Aschaffenburg. Hier kann man einen von drei 30 x 15 Meter großen Hallenplätzen stundenweise mieten und auf dem FIFA zertifizierten Kunstrasen mit Freunden um den Sieg spielen. „Durch den kleinen Platz ist das Fußballspiel intensiver und schneller. Der Ball ist permanent im Spiel und es entstehen kaum Spielpausen. Wenn man ein Spiel vier gegen vier zusammentrommeln kann, ist es ein Riesenspaß“, sagt Konstantin Wittmann, werdender Vater aus Aschaffenburg, welcher jeden zweiten Samstag mit Arbeitskollegen in der Halle spielt. Im Gebiet um Alzenau bietet die Soccer4All Indoor-Fußball-Halle eine ähnliche Alternative zum nassen Rasen. Ob es Firmenevents, Schulturniere oder einfach nur Freizeitspiele sind: Auf drei 23 x 15 Meter großen Courts sind Tempo, Spannung und Action vorprogrammiert. Zusammengefasst gibt es in unserer Region also sehr viele Möglichkeiten auf seine Gesundheit und Fitness zu achten: sei es das Fitnessstudio, das Mieten einer Sporthalle oder das simple Joggen an der Mainpromenade. Das Einzige, das Aschaffenburgs Männern einen Strich durch die Rechnung zieht, ist die Zeit. „Jeder kennt es: Man verbringt wieder Überstunden im Büro und hat sowieso zu viel auf dem Kopf. Da will man lieber zu Hause entspannen und mit der Familie ein wenig Zeit verbringen“, erzählt Andreas Blum, Immobilienkaufmann aus Aschaffenburg. „Aber andererseits sollte man auch mal ab und zu an sich denken.“ (km)


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