

Long Covid: Ursachen, Symptome und Behandlung
Wenn nach einer Coronainfektion noch nach mehr als 4 Wochen Symptome auftreten, die nicht durch eine andere Krankheit erklärt werden können, leidet man unter dem Long-Covid-Syndrom. Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen und schränken das Leben meist massiv ein. Warum aber viele Betroffene noch so lange unter den verschiedensten Beschwerden leiden, nachdem die eigentliche Erkrankung schon ausgestanden ist, ist bis heute noch nicht ganz geklärt. In aktuellen Studien wird derzeit vermutet, dass es an der Veränderung der Blutkörperchen liegen könnte. Diese verändern sich durch die Erkrankung in Form, Größe und Dehnbarkeit und könnten so dafür sorgen, dass der Blutfluss im Körper gestört ist. Dies wäre dann eine Erklärung, warum es zu Symptomen wie Atemnot und Geschmacks- und Geruchsverlust kommen kann. Ob dies aber wirklich die Ursache für Long Covid ist, kann noch nicht bestätigt werden, da die Studienlage einfach noch nicht ausreicht. Bis wir also abschließend die genaue Ursache kennen, wird noch einige Zeit vergehen.

Symptome einer Long-Covid-Erkrankung
Die Symptome, die nach einer Corona-Infektion auftreten können, sind individuell sehr verschieden und so umfangreich, dass sie nicht alle abschließend genannt werden können. Sie bestehen meistens noch 6 Monate nach der Infektion und bessern sich kaum oder nur sehr langsam. In einer Londoner Studie berichten Patienten von mehr als 200 verschiedenen Symptomen. Am häufigsten treten der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Lungenschäden, Atemnot, Husten, psychische Probleme, Gefäßerkrankungen und Nerven- und Gehirnschädigungen auf. Darüber hinaus kommen seltenere Symptome wie Menstruationsbeschwerden, Halluzinationen, Juckreiz, Probleme bei der Blasenkontrolle, Magen-Darm-Beschwerden, Herzklopfen und Herzstolpern vor. Vor allem bei Frauen tritt zudem vermehrt das Fatigue-Syndrom auf. Sie leiden unter einer sehr starken und andauernden Müdigkeit. Die meisten Patienten, die unter Long Covid leiden, sind in ihrer Arbeitsfähigkeit häufig stark eingeschränkt oder sogar arbeitsunfähig.
Welche Personen sind betroffen?
Alle, die eine Covid-19-Infektion überstanden haben, können von Long Covid betroffen sein. Verlässliche Zahlen zu der Häufigkeit gibt es noch nicht, doch man kann heute schon sagen, dass vor allem schwer Erkrankte und Menschen mit Vorerkrankungen häufiger unter Spätfolgen leiden als Personen, die nur milde bis symptomfreie Verläufe hatten. Dennoch treten auch bei sehr milden Verläufen und Kindern Fälle von Long Covid auf. Eine gezielte Vorbeugung gibt es derzeit nicht. Das Beste, um sich vor den Spätfolgen zu schützen, ist, sich impfen zu lassen und so gut es geht, eine Infektion mit Covid-19 zu verhindern.
Behandlungsmöglichkeiten von Long Covid
Die Behandlung der betroffenen Patienten ist schwierig, da die Symptome so vielfältig sind und oft mehrere gleichzeitig auftreten. Als Betroffener ist die erste Anlaufstelle am besten eine Post-Covid-Sprechstunde, die mittlerweile von den meisten Universitätskliniken angeboten wird. Hier werden zunächst die Symptome analysiert und ein individueller Therapieplan wird erstellt. Es kann auch hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, indem man alle Beschwerden dokumentiert. Damit bekommen die Ärzte einen besseren Überblick über das komplizierte Krankheitsbild. Wie genau die Therapie dann erfolgt, hängt von den jeweiligen Symptomen ab. Häufig müssen gleich mehrere Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen zusammenarbeiten. Bei einem Geschmacks- und Geruchsverlust zum Beispiel wird meist ein Riechtraining verordnet. Bei Atembeschwerden und Muskelschmerzen erfolgt eine Kombination aus Kraft-Ausdauertraining und Atemübungen.
Mutmachende Worte zum Schluss
Wenn man selbst unter dem Long-Covid-Syndrom leidet, sollte man die Hoffnung nicht aufgeben. Immer mehr Rehakliniken bieten gute Therapien an, die helfen, sich im Alltag wieder zurechtzufinden. Ärzte empfehlen vor allem erst einmal Ruhe zu bewahren, denn manche Symptome wie den Geschmacks- und Geruchsverlust und Kopfschmerzen gehen oft nach einigen Wochen von selbst wieder weg.
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